Bullet In A Bible

Green Day Live: Bullet In A Bible

Das vor einem guten Jahr erschienene "American Idiot" entpuppte sich beim ersten Hören als Rock-Granate der Extraklasse. Green Day meldeten sich mit einem Paukenschlag im Olymp der Gitarrenmusik zurück. Die ausverkauften Konzerte der Welt-Tour sprechen für sich. Eine neue Hysterie um die ehemaligen Kiddie-Punks griff um sich, der das Trio mit vorliegendem Live-Album die tonträgerische Referenz erweist.

Auf 65 Minuten zelebrieren Billy Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool genau das, was der gemeine Fan an einem Green Day-Konzert so mag: perfektes Entertainment. Wer das Trio noch nicht auf der Bühne bewundern konnte, darf sich jetzt die Wohnzimmer-Ausgabe davon ins Haus holen. Rockstar-Posen, Singalongs und Mädelgekreische inklusive. 

Dabei spielt es überhaupt keine Geige, dass die in Milton Keynes aufgezeichnete Show in Dramaturgie, Songabfolge und Publikumsreaktionen zu ungefähr 99 Prozent mit allen anderen auf der Tour gespielten Gigs überein stimmt. Scheißegal, weil das Trio (inklusive Gastmusikern) dennoch eine Spielfreude und Publikumsnähe an den Tag legt, die Spaß macht.
Klar ist es schade, dass sie ihren Set überwiegend mit "American Idiot" bestreiten. Bei einer Netto-Spielzeit von knapp 70 Minuten fällt dabei logischerweise der eine oder andere Klassiker hinten über, aber auch hier: Was solls. Wer für die Eintrittskarte sein sauer verdientes Geld hin blättert, erhält bei Green Day automatisch die Unterhaltungsgarantie kostenlos dazu. Das mag dem unbeteiligten Beobachter manchmal abgeschmackt vorkommen - eine negative Konnotation bei purem Spaß an der Freude kommt jedoch nur bei äußerst übel gelaunten Miesepetern auf.

"Bullet In A Bible" wummert mit amtlichem Sound aus den Boxen. Auf Overdubs und übermäßige Nachpolitur des Klangs verzichten Green Day. Da kommt so manch eine Intonation sympathisch schräg rüber; auch das eine oder andere Riff setzen sie gekonnt in den Sand. Dennoch bleibt das alles stadiontauglich bis ins kleinste Detail. Der Rest besticht durch gekonnte Routine. Die Fans (speziell die weiblichen - man höre nur auf das ekstatische Gekreische) kleben Billy Joe an den Lippen.

Die dazugehörige DVD genügt den Ansprüchen ebenfalls. Zwar kommt der Zuschauer in den Genuss eines kompakten 5.1.-Sounds, der Spaß ist dennoch nicht ganz ungetrübt. Scheinbar wahllos unterbrechen Interview-Sequenzen die Performance, so dass der Auftritt nicht als Ganzes erscheint, sondern etwas zerhackstückelt daher kommt. Eine Unterteilung in separate Live- sowie Interview-Kapitel wäre von Vorteil gewesen. Auch ist die Photo-Galerie nicht selbständig ansteuerbar, sondern zieht als Filmchen vor dem Betrachter dahin.

TRACKLIST

American Idiot
Jesus Of Suburbia
Holiday
Are We The Waiting
St. Jimmy
Longview
Hitchin' A Ride
Brain Stew
Basket Case
King For A Day/Shout
Wake Me Up When September Ends
Minority
Boulevard Of Broken Dreams
Good Riddance

Aktuelle News

31.01.2012 - 16:32
Der schauspielerische Einsatz für "American Idiot" am Broadway scheint ihm gefallen zu haben: Billie Joe Armstrong wird bald in einer Gastrolle der US-Serie "Nurse Jackie" zu sehen sein. Wie der Hollywood Reporter berichtet, wird der Green-Day-Frontmann in der vierten Staffel der beliebten TV-Serie mitspielen. Dabei wird Billie Joe die Rolle eines Unbekannten übernehmen, den Jackie, die Protagonistin der Serie also, trifft und der in ihrem Leben einen tiefgreifende Veränderung bewirkt...
23.01.2012 - 14:52
In den USA war es bereits ein großer Broadway-Erfolg, ab Oktober geht das Musical "American Idiot" von Green Day nun in Europa auf Tour, genauer: in England. Grund genug also, mal wieder einen kleinen Wochenend-Trip zu unseren britischen Nachbarn zu unternehmen. Erst recht, da die Tour aktuell um eine weitere Woche verlängert wurde und sich nunmehr vom Oktober bis in den Dezember hinein zieht. Dann nämlich macht das Musical in London Halt.
11.01.2012 - 10:41
Punk goes High Fashion: Green Day sind die Stars in der Frühjahrskampagne von US-Modemacher John Varvatos. Damit reihen sich die Kalifornier in eine prominente Riege von Vorgängern ein, die zuvor für Varvatos Modell standen, u. a. The Roots, Cheap Trick, Alice Cooper und Iggy Pop.